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Mittwoch, 4. März 2009

KAMIKAZE

"KAMIKAZE" nannten die Alliierten-Streitkräfte im zweiten Weltkrieg japanische Selbstmord-Piloten die Attacken gegen Schiffe und Einrichtungen flogen. Die Flugzeuge waren von Anfang an nicht auf eine Rückkehr eingerichtet. Die knapp 4000 geopferten Piloten rückten in eine Art göttlichen Status, den auch der japanische Kaiser geniesst. Bis heute werden sie noch verehrt. In Wirklichkeit jedoch waren die jungen Piloten allerdings keine Helden, sondern hatten gar keine andere Wahl, wenn sie den Befehl dazu bekamen. Was das ganze noch sinnloser macht, war die Effizienz, nur 11% trafen ihr Ziel.

Allerdings entstand das Wort "Kamikaze" nur aufgrund eines Übersetzungsfehlers eines US-Amerikaners. In Japan werden sie "Shinpu" genannt, zusammengesetzt aus den Schriftzeichen für "göttlich" und "Wind". Das Symbol der geopferten Piloten war die Kirschblüte, die vom Himmel fällt.

Und so möchte ich euch heute auch die japanische Cocktailvariante dazu empfehlen:

SHINPU

6cl trockener Saké
1,5cl Triple Sec
1,5cl frischer Zitronensaft

shake & strain, gefrostete Cocktailschale

Als Deko (optional) eine Kirschblüte. Diese gibt es im japanischen Supermarkt auch in Gläsern eingelegt. Wenn man die zu kleinen Kugeln geschrumpften Blüten in den Drink gibt, entfalten sie sich erneut in ihre Ursprungsform. Eine sehr eindrucksvolle Dekoration, die allerdings am besten in klaren Drinks zur Geltung kommt, hier aber zum Thema sehr gut passt.

peace & love,

Klaus


Freitag, 9. Januar 2009

Das Auge trinkt mit!

Ich grüße die Leser dieses Blogs,

wünsche Euch allen einen guten Start in 2009!!!

Lasse ich das Barjahr 2008 Revue passieren, muss ich feststellen wie sehr unsere Barkultur sich auf den Spuren vergangener Trinkgewohnheiten gemacht hat. Alte Klassiker erleben eine Renaissance siehe Martinez, Sazerac, Mother-in-Law und viele mehr, Bitter´s werden nach alten Rezepturen wieder aufgelegt oder neu interpretiert. Sehr zu meinem Geschmack! Weiterhin ist mir aufgefallen, dass auch die Trinkgewohnheiten der Gäste sich sehr stark gewandelt haben. Das kann ich nur zu gut bestätigen, da bei uns in der Bar sehr viel weniger Fancy-Drinks getrunken werden und sich unsere Gäste mehr auf alte Forgotten-Cocktails einlassen. Diesen Trend beobachtend bin ich auf 2009 sehr gespannt und freue mich auf neue Spirituosen und Bitter´s!!!

Das eigentliche Thema dass ich ansprechen möchte betrifft ein Ereignis dass ich in den letzten Tage erlebt habe und in der Vergangenheit des Öfteren:

Das Auge trinkt mit.

Was ist das, was Gäste dazu führt Getränke nach Farben aus zu suchen? Da kreiert man tolle, schon vergessene alte Cocktails, mit feinen Spirituosen und Likören, und dekoriert diese dann mit ein akkurat getrimmten Orangenzeste oder Zitronenzeste, in einem gefrosteten Spitzglas, dieser Drink schreit nur danach getrunken zu werden… der Gast beobachtet dich die ganze Zeit und bestaunt dein penibles arbeiten, doch auffallen und bestellen wird er den „Fruitpunch“, bestehend aus drei Säften und Grenadine. Ein raunen geht durch den Raum und ein “Oh, das ist ja ein schöner roter Drink, was ist das?“. Man setzt zur Erklärung an, den Gast interessiert es nicht, fällt einem ins Wort mit dem Satz: „Den nehm ich!“. Ja und neben dran, im Schatten des „Fruitpunchs“, schmilzt gerade der perfekt angerichtete „Manhattan“. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass das Auge mittrinkt!!!

An der Cocktailstation unterhalten sich zwei Gäste sehr energisch, man seiht im selben Augenblick zwei Cocktails ab, einen blauen, einen roten und das Gespräch der beiden gerät ins Stocken, ja sogar eine Zäsur schleicht sich ein, bis einer zum anderen sagt: „Wow, der blaue Drink sieht spitze aus!“. Es wird dann noch zwei Minuten lang darüber „philosophiert“, wie toll das Farbenspiel bei Cocktails so sein kann, bis sie sich dann wieder ihrem Gespräch widmen.

Ja, das Auge trinkt wohl auch mit!

Daher habe ich in der neue Cocktailkarte eine Kategorie: „Gelb, Rot, Grün & Weiß“.

In diesem Sinne „Cheers“